Fußball Bundesliga 2017/2018

Träumen verboten

Der Hamburger SV geht als einziger Klub in seine 55. Bundesligasaison. Boss Bruchhagen redet vom Abstiegskampf: Tiefstapelei oder Realismus?

Der Schnellcheck

Die Trikots 

Heim / Auswärts
Heim / Auswärts

Das Stadion

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Volksparkstadion
Eröffnung: 1953
Kapazität: 57 000


Die Zugänge

Kyriakos Papadopoulos
Bayer 04 Leverkusen, 6,5 Mio. (war bereits ausgeliehen)

André Hahn
Borussia Mönchengladbach, 6 Mio.

Julian Pollersbeck
1. FC Kaiserslautern, 3,5 Mio.

Rick van Drongelen
Sparta Rotterdam, 3. Mio

Bjarne Thoelke
Karlsruher SC, ablösefrei

Mohamed Gouaida
FC St. Gallen, Leih-Ende

Sven Schipplock
Darmstadt 98, Leih-Ende

Batuhan Altintas
Kasimpasa, Leih-Ende


Die Abgänge

Michael Gregoritsch
FC Augsburg, 5,5 Mio.

Rene Adler
1. FSV Mainz 05, ablösefrei

Johan Djourou
Ziel unbekannt

Ashton Götz
Ziel unbekannt

Matthias Ostrzolek
Hannover 96, ablösefrei

Arianit Ferati
Erzgebirge Aue, Leihe (war bereits an F. Düsseldorf verliehen)

Nabil Bahoui

Grashoppers Zürich, Ablöse unbekannt

„Mentalitätsmonster“: Der bisher ausgeliehene Grieche Kyriakos Papadopoulos wurde fest aus Leverkusen verpflichtet.
„Mentalitätsmonster“: Der bisher ausgeliehene Grieche Kyriakos Papadopoulos wurde fest aus Leverkusen verpflichtet.
Sechs Wochen Urlaub! So lange hatten Profis des Hamburger SV lange nicht mehr frei. „Ausgequetscht wie Zitronen“ seien sie nach der Rettung in der vergangenen Saison gewesen, begründet Trainer Markus Gisdol. Als letzter Bundesligist begann der HSV die Vorbereitung auf seine 55. Spielzeit.

„Eine ganz harte Saison für alle Vereine“ erwartet der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. „Wir gehören zu den zehn Vereinen, die darum kämpfen, nicht auf den Plätzen 16, 17, 18 zu landen.“ Sie reden wieder vom Abstiegskampf, sagen die einen, sie schätzen die Lage realistisch ein, die anderen. Die Testspiele gegen Holstein Kiel (3:5), Sparta Rotterdam (1:1) oder Antalyaspor (0:2) bestätigten eher Letzteres.

Der Kader ist noch immer zu groß und zu teuer. „Wir werden den angestrebten Gehaltsetat von 48 Millionen nach oben korrigieren müssen“, gab Bruchhagen bereits zu. Investor Klaus-Michael Kühne ist erneut gefragt. Immerhin brachte der Transfer von Michael Gregoritsch zum FC Augsburg etwa 5,5 Millionen Euro ein.

Aber halt. Ganz schlecht war die Arbeit von Sportchef Jens Todt nicht. Stürmer Bobby Wood konnte mit einer Gehaltserhöhung auf fast 3 Millionen Euro überzeugt werden, zu bleiben. Und es gelang, für 3,5 Millionen Euro Julian Pollersbeck, Feierbiest und Torwart der deutschen U21-Europameister, aus Kaiserslautern an die Elbe zu lotsen. „Ich möchte hier den nächsten Schritt machen“, sagt Pollersbeck. In seinen ersten beiden Auftritten im HSV-Dress patzte er aber gleich zweimal. Gisdol dazu: „Es ist klar, wenn es einen Zweikampf um eine Position gibt, dass es dann nicht förderlich ist, wenn man einen Fehler macht.“ Neu ist auch André Hahn. Der Außenstürmer kehrt nach sieben Jahren nach Hamburg zurück, wo er seinerzeit den Durchbruch nicht schaffte. Stärken laut Todt: „Seine hervorragende Mentalität und sein absoluter Siegeswille.“

Charaktermerkmale, auf die es den HSV-Verantwortlichen ankommt. Nur so ist der Kampf um „Mentalitätsmonster“ Kyriakos Papadopoulos zu erklären, der nach einer Leihe fest verpflichtet wurde. „Seine Siegermentalität und Leidenschaft reißen auch die anderen Spieler mit“, sagt Todt.

Platz sieben hat der HSV in der Rückrundentabelle im letzten Jahr erreicht und sich auf Platz 14 gerettet. Für Trainer Gisdol kein Anlass für große Sprüche: „Ich wünsche mir totale Bescheidenheit und Dankbarkeit, dass wir noch in der 1. Liga spielen dürfen. Wir müssen mit kleinen Schritten Stabilität entwickeln und keine Träumereien beginnen.“

Aus gutem Grund?

Der Manager

Wollen es weniger spannend machen

Jens Todt (47) ist seit 6. Januar 2017 Sportchef beim HSV. Zuvor arbeitete er als Manager in Bochum und Karlsruhe.
Jens Todt (47) ist seit 6. Januar 2017 Sportchef beim HSV. Zuvor arbeitete er als Manager in Bochum und Karlsruhe.
Von Jens Todt

Die Jubelschreie im Volksparkstadion sind verhallt. Der Klassenerhalt nach einem unglaublichen Kraftakt, die Rettung in letzter Minute, das alles sind schöne Erinnerungen, die jetzt nicht mehr zählen.

Wir haben den Blick längst nach vorn gerichtet und arbeiten fieberhaft auf die neue Spielzeit hin.

Aber es ist doch klar: Wir alle wollen eine bessere, gern auch eine weniger spannende Spielzeit als die letzte absolvieren. Das wird kein leichtes Unterfangen. Die Liga war vielleicht noch nie so ausgeglichen. Ich bin aber überzeugt, dass wir für diese Aufgabe eine schlagkräftige Mannschaft formen werden.

Wir gehen als einziger Verein in die 55. Bundesligasaison. Ich freue mich schon darauf, wenn im Volksparkstadion wieder Jubelschreie aus 50 000 Kehlen ertönen.

Der Kader

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Der Trainer

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Markus Gisdol (47) musste seine Spielerkarriere (bis zur Oberliga) mit 27 nach einer Knieverletzung beenden. Er landete über Ulm (Regionalliga) bei der U23 von Hoffenheim. Ging mit Ralf Rangnick als Co-Trainer zu Schalke (auch unter Huub Stevens), ehe er 2013 zu den TSG-Profis zurückkehrte – und den Klassenerhalt schaffte. Seit September 2016 beim HSV.


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