Fußball Bundesliga 2017/2018

Der Neustart

Nach der schlechtesten Saison seit 14 Jahren stellt sich Bayer Leverkusen neu auf – dafür fängt Trainer Heiko Herrlich bei grundsätzlichen Werten an.

Der Schnellcheck

Die Trikots

Heim                  Auswärts
Heim                  Auswärts

Das Stadion

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BayArena
Eröffnung: 1958
Kapazität: 30 210

Die Zugänge

Sven Bender
Borussia Dortmund, 15 Mio.

Dominik Kohr
FC Augsburg, 2 Mio.

Marc Brasnic

SC Fortuna Köln, Leih-Ende

André Ramalho
1. FSV Mainz 05, Leih-Ende

Marlon Frey
1. FC Kaiserslautern, Leih-Ende

Die Abgänge

Hakan Calhanoglu
AC Mailand, 22 Mio.

Chicharito
West Ham United, 18 Mio.

Ömer Toprak
Borussia Dortmund, 12 Mio.

Kyriakos Papadopoulos
Hamburger SV, 6,5 Mio. (war bereits ausgeliehen)

Danny da Costa
Eintracht Frankfurt, 1 Mio.

Roberto Hilbert
Ziel unbekannt

Paterson Chato
Borussia Dortmund II, ablösefrei (war an SC Wiedenbrück ausgeliehen)

Patrik Dzalto
Jahn Regensburg, ablösefrei (war bereits ausgeliehen)

Andrejs Ciganiks
Schalke 04 II, ablösefrei (war an Viktoria Köln ausgeliehen)

Robin Becker
E. Braunschweig, Ablöse unbekannt

Lukas Boeder
SC Paderborn, Ablöse unbekannt (war bereits ausgeliehen)

Seung-Woo Ryu
Jeju United FC, Ablöse unbekannt (war an Ferencvaros ausgeliehen)

Shootingstar Kai Havertz soll ein Aushängeschild der neuen Leverkusener Mannschaft werden.
Shootingstar Kai Havertz soll ein Aushängeschild der neuen Leverkusener Mannschaft werden.
Zurück zu den Ursprüngen unter dem Bayer- Kreuz: mit neuem Trainer, mit einem kräftig umgekrempelten Kader, vor allem aber mit einer neuen Linie. Nach der schlechtesten Bundesligaplatzierung (Zwölfter) der Werkself seit 14 Jahren war es Leverkusens Neu-Coach Heiko Herrlich ein Anliegen, den Teamgeist bei seinen Spielern neu zu entfachen. Denn daran haperte es zuletzt sehr deutlich.

„Als sie mit fünf oder sechs Jahren angefangen haben, hat sich keiner überlegt, wie mache ich mir die Haare, welches Tattoo lasse ich mir stechen oder welche Farbe haben meine Schuhe“, sagte Herrlich. Stattdessen stünde am Anfang auf dem Schulhof oder in der F-Jugend das Gemeinschaftsgefühl. „Das ist bei dem ein oder anderen vielleicht etwas verschüttgegangen. Das müssen wir wieder freilegen.“

Auch Stürmer Kevin Volland bestätigt den fehlenden Zusammenhalt. „Vom Teamgedanken her geht es noch ein bisschen enger“, erklärte der 25-Jährige und machte deutlich: „Wenn Gegenwind kam, wenn ein bisschen Druck aufkam, dann sind wir oft auseinandergebrochen.“

Nachdem Roger Schmidt, der Bayer zwei Spielzeiten in Folge in die Champions League geführt hatte, mit seinem aufwendigen Spielstil und seiner Art an Grenzen stieß, konnte auch Tayfun Korkut das Ruder nicht mehr herumreißen. Zwischenzeitlich steckte Bayer sogar im Abstiegskampf. Geht es nach Sportdirektor Rudi Völler, soll es bei diesem Unfall bleiben. Zuletzt verpasste Leverkusen 2009 das europäische Geschäft.

Dafür hat sich der Klub auch von einigen hochkarätigen, aber eben abwanderungswilligen Profis wie Hakan Calhanoglu, Chicharito oder Ömer Toprak getrennt. Für Ex-Profi Herrlich der richtige Schritt. „1999/2000 in Dortmund (Platz elf, d. Red.) waren wir auch keine Mannschaft. Da haben auch viele ihr eigenes Ding gemacht. Ich habe also Erfahrung damit“, erklärte er. In den Testspielen gab es gegen die Würzburger Kickers (0:3), den Bonner SC (2:2), den SV Sandhausen oder Lazio Rom (1:3) aber noch viel Luft nach oben.

Doch Bayer setzt auf neue Identifikationsfiguren: auf Toptalent Kai Havertz und die Confed-Cup-Gewinner Julian Brandt und Benjamin Henrichs (verlängerte bis 2022), die sich beide zu Bayer bekannten. Oder die Zugänge wie Sven Bender (Dortmund), der nun wieder mit Zwillingsbruder Lars vereint ist, und Dominik Kohr (Augsburg), den U21-Europameister. Die beiden DFB-Teams hätten gezeigt, so Herrlich, „dass eine Mannschaft mit den vermeintlich schlechteren Einzelspielern als Team Unglaubliches schaffen kann“. Gelingt dies auch Leverkusen?


Der Manager

Das internationale Geschäft als Ziel

Rudi Völler (57) arbeitet seit Anfang 2005 als Sportlicher Leiter bei Bayer Leverkusen. Zuvor war er unter anderem Nationaltrainer.
Rudi Völler (57) arbeitet seit Anfang 2005 als Sportlicher Leiter bei Bayer Leverkusen. Zuvor war er unter anderem Nationaltrainer.
Von Rudi Völler

Wir sind ein Verein, der in den vergangenen Jahren mit überwiegend jungen, hochtalentierten Spielern sehr erfolgreich gewesen ist. An diesem Konzept werden wir unter unserem neuen Trainer Heiko Herrlich festhalten, auch wenn wir in der Vorsaison unsere Ziele nicht erreichen konnten.

Bayer 04 Leverkusen bleibt natürlich ein Klub, der international spielen will – wie viele andere auch. Zwischen Platz drei bis 13 ist eigentlich alles möglich. Aber jeder hier möchte beweisen, dass das vergangene Jahr nur ein Ausrutscher war. Zuletzt hatten wir festgestellt, dass der eine oder andere Spieler nicht mehr alles abrufen konnte, was in ihm steckt. Das ist nun Heiko Herrlichs Aufgabe: mit den tollen individuellen Fähigkeiten der Spieler ein Team zu formen, das wieder oben angreifen kann.

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Der Trainer

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Heiko Herrlich (45) kommt als Spieler auf 257 Bundesligaspiele (Leverkusen, Gladbach, Dortmund). Als Trainer (Bochum) bislang auf 22. Nach dem Abstieg mit dem VfL geriet seine Karriere ins Stocken. Stationen: Unterhaching, Bayerns U17 und Regionalligist Jahn Regensburg – den er in Liga zwei führte, und sich selbst in Liga eins.


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