Fußball Bundesliga 2017/2018

Schotten dicht

Regelmäßig über 60 Gegentore: Wenn Werder spielt, klingelt es. In Saison eins nach Pizarro und Fritz steht Bremens neuer Keeper Pavlenka im Fokus.

Der Schnellcheck

Die Trikots

Heim                   Auswärts
Heim                   Auswärts

Das Stadion

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Weserstadion
Eröffnung: 1947
Kapazität: 42 100

Die Zugänge

Ludwig Augustinsson
FC Kopenhagen, 4,5 Mio.

Jiri Pavlenka
Slavia Prag, 3 Mio.

Jerome Gondorf
Darmstadt 98, 1,2 Mio.

Yuning Zhang
West Bromwich Albion, Leihe

Levent Aycicek
1860 München, Leih-Ende

Thanos Petsos
FC Fulham, Leih-Ende

Die Abgänge

Serge Gnabry
Bayern München, 8 Mio.

Felix Wiedwald
Leeds United, 0,5 Mio.

Marnon Busch
1. FC Heidenheim, 0,1 Mio. (war an 1860 München verliehen)

Laszlo Kleinheisler

FC Astana, Leihe 0,1 Mio. (war an Ferencváros ausgeliehen)

Raphael Wolf
Fortuna Düsseldorf, ablösefrei

Melvyn Lorenzen
ADO Den Haag

Claudio Pizarro
Ziel unbekannt

Florian Grillitsch
TSG Hoffenheim, ablösefrei

Lennart Thy
VVV-Venlo, Leihe (war an FC St. Pauli ausgeliehen)

Santiago Garcia
Deportivo Toluca, ablösefrei

Leon Guwara
1. FC Kaiserslautern, Leihe

Clemens Fritz
Karriereende

Tonangeber und starker Rückhalt? Torwart Jiri Pavlenka hat sich der Herausforderung Werder Bremen angenommen.
Tonangeber und starker Rückhalt? Torwart Jiri Pavlenka hat sich der Herausforderung Werder Bremen angenommen.
Ich fühle mich nicht unter Druck.“ Jiri Pavlenka, 1,96-Meter-Riese aus Tschechien, ist ein mutiger Mann. Warum? Er steht ab dieser Saison im Werder-Tor. Und damit hat sich der 25-Jährige, er kam von Slavia Prag, einen Arbeitsplatz ausgesucht, der in der vergangenen Saison das hier war: die Schießbude der Bundesliga. 64 Gegentore fingen sich die Bremer, so viele wie kein anderes Team. 2015/16 waren es gar 65 (nur Absteiger Stuttgart war schlechter: 75) – genau wie 2014/15 (miesester Wert mit dem Letzten Paderborn).

Seit Tim Wiese herrscht im Werder-Kasten alles – nur keine Konstanz. Nach Felix Wiedwald (jetzt für Leeds United) ist nun Pavlenka dran. Kann er mit dafür sorgen, dass die Grün-Weißen ihre Schießbude schließen? „Ich hoffe, dass ich alle mit meiner Leistung überzeugen kann“, sagt der Keeper. Immerhin: Beim 2:2 im Test gegen West Ham war Pavlenka bei beiden Gegentreffern chancenlos.

Und noch ein neuer Mann soll beim Dichtmachen helfen: der Schwede Ludwig Augustinsson. Wie Thomas Delaney im vergangenen Winter kam jetzt auch der Linksverteidiger vom FC Kopenhagen. Mit Werder wieder in Europa zu spielen müsse das Ziel sein, sagt er. Nach akuten Abstiegssorgen im Winter hätte sich der SVW diesen Traum (seit Dezember 2010 nicht mehr international) 2016/17 fast noch erfüllt. Nach einer Serie von elf Spielen ohne Pleite war Europa ganz nah. Aber punktlos aus den letzten drei Saisonspielen kommend – und das mit 9:13 (!) Toren –, sprang am Ende „nur“ Platz acht heraus. Mehr als erwartet, aber dennoch ärgerlich. Klappt es in dieser Spielzeit? „Wenn man die letzte Saison sieht, kann das schnell gehen“, sagt Sportchef Frank Baumann, relativiert aber: „Wir müssen natürlich ambitioniert sein, wollen aber auch demütig bleiben.“ Understatement nach wenig glorreichen Fußballjahren an der Weser, an der zuletzt viel gemunkelt wurde.

So zogen sich Diskussionen um mögliche Abgänge von Stürmer Max Kruse und Kapitan Zlatko Junuzovic durch die Vorbereitung unter Trainer Alexander Nouri. Dazu wechselte Serge Gnabry nach einer Spielzeit für Werder zu den Bayern, um sich dann an Hoffenheim verleihen zu lassen. Und: Ein Schlussstrich wurde gezogen. Claudio Pizarro (38) bekam keinen neuen Vertrag. Kein „Pizza“ mehr, kein Clemens Fritz (36, Karriereende) mehr. Werder wird jünger, Werder integriert neue Typen. Mit Delaney hat das bereits geklappt. Jetzt müssen Spieler wie Pavlenka nachziehen. „Wenn ich Angst hätte, wäre ich nicht hier“, sagt er. Klingt schon mal gut.


Der Manager

Unsere Ambitionen sind hoch

Frank Baumann (41) ist seit Mai 2016 Geschäftsführer in Bremen.
Frank Baumann (41) ist seit Mai 2016 Geschäftsführer in Bremen.
Von Frank Baumann

Nach einer langen Vorbereitung wollen wir das Selbstvertrauen und die Spielkultur aus der erfolgreichen Rückrunde mitnehmen und sind neugierig, welche Impulse unsere Neuzugänge in unserem ansonsten eingespielten Kader geben können.

Das anspruchsvolle Auftaktprogramm mit den Gegnern Hoffenheim, FC Bayern und Hertha BSC ist hochinteressant. Doch wir sehen darin die Chance, mit einer Überraschung in die Saison zu starten. Auf jeden Fall werden wir sehr schnell eine gute Standortbestimmung bekommen.

Unser Saisonziel machen wir nicht an einem konkreten Tabellenplatz fest, dafür gibt es zu dieser Phase der Saison einfach zu viele Variablen. Dennoch sind unsere Ambitionen hoch. Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte festsetzen und jede sich bietende Chance nutzen, mehr zu erreichen.

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Der Trainer

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Alexander Nouri (37) übernahm 2014 erst die U23, die er in die 3. Liga führte, und im September 2016 auch die Profimannschaft von Viktor Skripnik. Der Deutschiraner spielte bereits in der Jugend seit 1994 für Werder. Stationen als Profi: unter anderem Uerdingen, Osnabrück, Kiel, Oldenburg.


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