Siegen oder dienen

Heung Min Son ist der Superstar der südkoreanischen Nationalmannschaft und soll sein Land bei der WM zu alter Stärke führen. Danach droht ihm der Militärdienst.
Der Star - Tottenhams Heung Min Son (25)
Der Star - Tottenhams Heung Min Son (25)
Er ist der Superstar der koreanischen Nationalmannschaft: Heung Min Son. In der englischen Premier League spielt er seit Jahren auf allerhöchstem Niveau für Tottenham Hotspur. Doch selbst mit ihm im Kader läuft es für die Nationalmannschaft Südkoreas nicht automatisch rund. Gerade einmal ein Tor steuerte Son in der gesamten WM-Qualifikation bei. Weil er bei Weitem nicht die Unterstützung seiner Teamkollegen bekommt wie bei den Spurs. Grund: Mit dem Londoner Millionenensemble können die Asiaten nicht mithalten.

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Ausgebildet wurde der 25-Jährige unter anderem beim Hamburger SV. 2013 wechselte er zu Bayer Leverkusen und schoss in 135 Bundesliga-Spielen 41 Tore. In England läuft es ähnlich gut: 30 Tore in 95 Spielen stehen auf seinem Konto.

Doch Son muss auch um seine weitere Karriere bangen, denn in Südkorea gilt die Wehrpflicht. Alle Männer müssen bis zu ihrem 28. Geburtstag einen 21-monatigen Dienst beim Militär absolvieren – Son hat dies bisher noch nicht getan.

Von der Regel ausgenommen sind Medaillengewinner bei Olympischen Spielen oder den Asienspielen. Noch hat der Offensivspieler nichts dergleichen vorzuweisen. Auch eine Halbfinalteilnahme bei der Fußball-WM würde Sons Einberufung verhindern. Doch an ein derartiges Vorpreschen der Südkoreaner glaubt 2018 – anders als 2002, als das Team bei der WM im eigenen Land erst kurz vor dem Finale an Deutschland scheiterte – niemand. Das Motto heißt also: siegen oder dienen.

   

SCHNELLCHECK 

Zahlen und Fakten

Höchster Sieg
2003 gegen Nepal (16:0)

Höchste Pleite
1948 gegen Schweden (12:0)

Rekordnationalspieler

Myung Bo Hong (136 Spiele)

Rekordtorschütze
Bum Kun Cha (58 Tore)

Wert des WM-Kaders
84 375 000 Euro

Größte Erfolge

Asienmeister 1956, 1960, WM-Vierter 2002

Der Trainer

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Tae Yong Shin (49) hat die Nationalmannschaft während der WM-Qualifikation übernommen. In seinem Heimatland wird er aber kritisch gesehen.


  
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