Drei ganz Große sagen „Tschüss“ beim VfL Wolfsburg

Zsanett Jakabfi, Lena Goessling und Lara Dickenmann Beenden Ihre Karrieren
Zsanett Jakabfi Fotos: VfL Wolfsburg
Zsanett Jakabfi Fotos: VfL Wolfsburg
Sieben Spielerinnen verließen den VfL Wolfsburg diesen Sommer – darunter mit Zsanett Jakabfi, Lena Goeßling und Lara Dickenmann drei langjährige Aushängeschilder des Vereins. Ein Wiedersehen auf dem Platz wird es nicht geben, das Bundesliga-Spiel am 6. Juni gegen Werder Bremen war der jeweils letzte Auftritt der Akteurinnen.

Zsanett Jakabfi

Zwölf Jahre lang war Jakabfi beim VfL. Die Offensivspielerin kam im Sommer 2009 aus ihrer Heimat vom MTK Budapest FC nach Wolfsburg, als dieser sportlich noch eine eher kleine Nummer in Deutschland war. Privat, aber auch auf dem Platz fügte sich Jakabfi schnell in die Mannschaft ein, lernte Deutsch und schloss beim VfL Wolfsburg neben dem Trainings- und Spielbetrieb eine Ausbildung zur Bürokauffrau ab. Die Ungarin durchlebte die komplette Entwicklung in der Autostadt und war bei allen Titelgewinnen dabei, gewann zwischen 2009 und 2021 insgesamt sechsmal die deutsche Meisterschaft, wurde achtmal DFB-Pokalsiegerin und triumphierte zweimal in der Champions-League.

Für die Wölfinnen stand Jakabfi wettbewerbsübergreifend 266 Mal auf dem Platz, war neben Anna Blässe mit die dienstälteste Spielerin im VfL-Kader und für die Fans eine Identifikationsfigur. „Auf Vereinsebene habe ich alles erreicht und alles gewonnen, was möglich ist. Darauf bin ich wahnsinnig stolz. Aber ich bin fertig mit Fußball“, sagte sie jüngst im WAZ-Interview. Nun ist die 31-Jährige nach Berlin gezogen und arbeitet bei Alpha Sports.
VfL Wolfsburg
Lena Goeßling
Lena Goeßling 
Lena Goeßling 
Goeßling absolvierte stolze zehn Spielzeiten für die Niedersächsinnen. Die 35-Jährige war nach der Weltmeisterschaft 2011 aus Bad Neuenahr zum VfL gekommen und entwickelte sich zur Leistungsträgerin im Verein und in der Nationalmannschaft. Unter den Trainern Ralf Kellermann und Stephan Lerch gewann sie zweimal die Champions League, wurde sechsmal deutsche Meisterin und holte achtmal den Pokal. 2013 wurde sie mit der DFB-Auswahl Europameisterin und 2016 Olympiasiegerin – damit ist sie eine der erfolgreichsten Wolfsburger Sportlerinnen überhaupt.

Dass der VfL ihr im Sommer keinen neuen Vertrag angeboten hatte, war „ein Schock“, wie sie im Juni im WAZ-Interview sagte. Im Juni verkündete die 35-Jährige überraschend ihr Karriereende. Eine Rolle dabei spielte auch ihre Liebe zum VfL. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht und immer deutlicher gespürt, dass es sich falsch anfühlt, noch woanders weiterzuspielen“, sagte sie der BILD. Fortan wird Goeßling unter anderem als Expertin bei Sky zu hören sein.
Lara Dickenmann
Lara Dickenmann
Lara Dickenmann
Auch Dickenmann kann bei den Grün-Weißen auf eine extrem erfolgreiche Zeit zurückblicken: Die Schweizerin feierte mit dem VfL vier Meister-Titel und holte sechsmal den DFB-Pokal. Im Juli 2015 wechselte die 35-Jährige als Top-Star von Olympique Lyon nach Wolfsburg und half dem VfL beim nächsten Entwicklungsschritt. Doch nicht nur sportlich, auch menschlich entwickelte sich Dickenmann zu einer großen Stütze im Team. Neben dem Platz setzte sie sich vor allem für das soziale Engagement des Vereins ein und wurde zur Vielfaltsbotschafterin. Dem Fußball bleibt sie weiter treu: Dickenmann ist nun als General Managerin bei den Grasshopper-Frauen tätig. Ihren Master in General Management hatte sie zuvor erfolgreich am VfL-Campus in Wolfsburg gemacht.
  
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