Der Mann aus Bahrdorf am DAZN-Mikrofon

Alexander Schlüter ist Moderator beim Sport-Streamingdienst, der alle Europa-League-Spiele überträgt – und er traut „seinem“ VfL Wolfsburg international so einiges zu
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Von Nick Heitmann

MÜNCHEN. Berufliche Highlights? Da muss Alexander Schlüter nicht lange überlegen. Im April 2016 kommentierte er für den Radiosender Sport1.fm den 2:0-Hinspielsieg des VfL Wolfsburg im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid. „Das war einer meiner schönsten Arbeitstage bisher“, schwärmt der 34-Jährige, der in Bahrdorf aufgewachsen ist und seither den Wolfsburgern die Daumen drückt. In dieser Saison feiert der VfL in der Europa League sein Comeback auf der internationalen Bühne – und auch Schlüter ist dabei, mittlerweile als Moderator beim Streaming-Dienst DAZN. Seinem Lieblingsklub traut er einiges zu.

Seit der vergangenen Spielzeit läuft die Europa League bei DAZN. Die Verteilung der Übertragungs-Rechte auf immer mehr Kanäle ruft teils heftige Kritik hervor. „Ich kann die Fans verstehen, die am liebsten alles in einem Paket hätten“, sagt Schlüter. „Genauso habe ich natürlich Verständnis für jeden Sender, der gern Sport-Rechte hätte. Und ich finde, dass DAZN dem Sportfan ein sehr faires Angebot macht und viel bietet.“ Dazu gehört auch die ständige Verfügbarkeit aller Inhalte. „Ich selbst genieße es total, etwas anzuschauen, wann und – dank des Handys – wo ich es möchte.“

Zuletzt hatten vor allem die Frankfurter allen Grund, sich ihre Europa-League-Spiele immer und immer wieder anzusehen, die Eintracht scheiterte erst im Halbfinale unter unglücklichen Umständen am FC Chelsea. „Das, was Frankfurt geleistet hat, hat mich völlig aus den Socken gehauen. Das hat sich nach Königsklasse angefühlt“, so Schlüter begeistert.
  
Radio-Erfahrung: Alexander Schlüter berichtete für Sport1.fm vom VfL-Spiel gegen Real Madrid.
Radio-Erfahrung: Alexander Schlüter berichtete für Sport1.fm vom VfL-Spiel gegen Real Madrid.
Diesmal mischt auch das Team aus seiner alten Heimat international mit. „Ich habe noch viele Freunde in Wolfsburg, bin immer gern dort“, betont der DAZN-Moderator, der mittlerweile in München lebt. „Vielleicht kann ich jetzt über die Europa-League Übertragungen etwas häufiger vorbeischauen.“ In der Vorsaison besuchte er privat das VfL-Heimspiel gegen Frankfurt (1:1) – da blieben die Fans aus Protest gegen Montagsspiele eine Halbzeit lang stumm. Schlüter schmunzelnd: „Ich musste meinen Begleitern erklären, dass es sich bei der VW-Arena vielleicht nicht um den größten Hexenkessel handelt, aber dass es normalerweise schon ein bisschen lauter ist…“

Ohnehin bricht er für Wolfsburgs Anhänger eine Lanze: „Das Fan-Potenzial wird weiterhin etwas unterschätzt, denn ich bin ja nah genug dran, um zu merken, dass es in den letzten Jahren eine positive Entwicklung gegeben hat.“ Auch sportlich. Schon Bruno Labbadia habe als Trainer einen roten Faden gelegt, unter seinem Nachfolger Oliver Glasner „gibt’s jetzt noch weniger Sicherheits-Fußball“, freut sich Schlüter. Er traut dem VfL in der Bundesliga Platz fünf zu. Mindestens. Es sei zwar bitter, dass ein Fixspieler wie Neuzugang Xaver Schlager („Er hat mich in den ersten Saisonspielen völlig überzeugt“) verletzungsbedingt länger ausfällt, „aber wenn die Schlüsselpositionen weiter gut besetzt sind, kann der VfL sogar an den Champions-League-Rängen schnuppern“  

"Wenn die Schlüsselpositionen weiter gut besetzt sind, kann der VfL sogar an den Champions-League-Rängen schnuppern"

Alex Schlüter DAZN-Moderator

Die Realität für die Wolfsburger heißt aber erst mal Europa League, in ihrer Gruppe treffen sie ab Donnerstag auf FK Olexandrija, KAA Gent und AS Saint-Etienne. „Manager Jörg Schmadtke und Co. wissen, dass sie mit dieser Auslosung etwas Glück gehabt haben“, sagt Schlüter. „Ich bin recht zuversichtlich, dass es eine lange und aufregende Europa-League-Saison für den VfL wird. Letztlich gibt es eine einfache Regel: Man muss nur weit genug vorstoßen, dann kommen die großen Gegner automatisch.“ So wie im April 2016 die Königlichen aus Madrid.
  

Europa League im TV

DAZN überträgt alle Spiele der Europa League live. Den kostenpflichtige Sport-Streamingdienst, der zur britischen Perform Group gehört, gibt es seit gut drei Jahren, er bietet Sportübertragungen über Internet in mehreren Ländern an. Um DAZN zu schauen, ist ein Abo nötig, das 11,99 Euro pro Monat kostet und das monatlich gekündigt werden kann; wer sich ein Jahr lang bindet, zahlt weniger. Für Neu-Kunden gibt es einen Frei-Monat. Seit der vergangenen Saison besitzt DAZN die Übertragungsrechte für die Europa League in Deutschland und Österreich, der Vertrag läuft bis 2021.

An jedem Spieltag der Europa League gibt es ein Spiel mit deutscher Beteiligung auch im frei empfangbaren Fernsehen auf RTL Nitro zu sehen. Für die ersten drei der sechs Spieltage in der Gruppenphase hat sich der Sender seine Live-Spiele bereits ausgesucht, der VfL Wolfsburg ist nicht dabei. Gezeigt werden Borussia Mönchengladbach gegen den Wolfsberger AC (19. September, 21 Uhr), Vitoria Guimaraes gegen Eintracht Frankfurt (3. Oktober) und Eintracht Frankfurt gegen Standard Lüttich (24. Oktober).
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