Der lange Weg nach London

Voraussichtlich werden mindestens fünf Spieler des VFL Wolfsburg dabei sein, wenn der fussball auf eine sehr ungewöhnliche reise geht: die em 2020 findet verstreut auf dem ganzen Kontinent statt.
Feste Grösse in der ÖFB-Auswahl: Xaver Schlager.
Feste Grösse in der ÖFB-Auswahl: Xaver Schlager.
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Die EM-Qualifikation ist gespielt, die gute Nachricht für die Profis des VfL lautet: Stand jetzt sind weiterhin alle EM-Kandidaten aus Wolfsburg dabei, keines ihrer Länder musste sich vorzeitig verabschieden. Renato Steffen, Xaver Schlager und Co. stehen damit vor einer Reise quer über den Kontinent – die EM 2020 wird in mehreren Ländern ausgetragen, ehe das Final-Four-Turnier in London stattfindet.

Für das Schweizer Trio des VfL sind die Chancen auf eine Nominierung und viel Einsatzzeit durchwachsen: Kevin Mbabu, Steffen und Admir Mehmedi waren zwar bei fast allen Quali-Partien im Kader, Letztere kamen auch auf ihre Einsätze – Mehmedi stoppte dann allerdings ein Muskelfaserriss. Er muss erst wieder zu alter Stärke finden, Steffen kam beim VfL oft nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus. Sorgen um eine Nominierung musste sich lange Zeit wohl auch Mbabu machen: Der Außenverteidiger, der Zeit brauchte, um beim VfL in Tritt zu kommen, hat mittlerweile auch im grün-weißen Trikot gezeigt, was er drauf hat. Dem Schweizer Coach Vladimir Petkovic wird das nicht entgangen sein – ob der Außenbahnspieler aber auch auf seine Einsätze kommt, ist fraglich. Schließlich war er in den vergangenen fünf Spielen nur einmal (22 Minuten) für die Eidgenossen auf dem Feld.

Bei Nachbar Österreich sind mit Schlager und Pavao Pervan zwei Wolfsburger vertreten. Der wieder genesene Mittelfeldmann Schlager hatte vor seinem Knöchelbruch, der ihn drei Monate außer Gefecht gesetzt hat, regelmäßig in der ÖFB-Elf gespielt. Er dürfte – wenn er fit und in Form bleibt – ein Startelf-Kandidat im Team von Trainer Franco Foda sein. Keeper Pervan ist in der Nationalmannschaft wie auch beim VfL Ersatzmann – im Nationalteam hinter Alexander Schlager. Der Wolfsburger feierte im letzten EM-Quali-Spiel in Lettland sein Debüt.

Ersatztorhüter in seiner Nationalelf ist auch Schlussmann Koen Casteels. Beim VfL ist er die unangefochtene Nummer 1, in Belgiens Auswahl hat er hinter Thibaut Courtois und Simon Mignolet das Nachsehen. Mit einem Einsatz im Nationaldress hat es daher noch immer nicht geklappt – fester Bestandteil des Kaders ist er dennoch.

Sehr gute Chancen, bei der EM für sein Land auch auflaufen zu dürfen, sollte hingegen VfL-Flügelflitzer Josip Brekalo haben. Beim VfL wechseln sich starke und schwache Auftritte bei dem Kroaten ab, in der Nationalmannschaft spielt er hingegen häufig: Der kleine Dribbler kam in jedem Quali-Spiel zum Einsatz – und sollte daher auch bei der EM im Kader stehen.

Ganz so klar ist die Sache bei Stürmer Wout Weghorst und Mittelfeldmann Yunus Malli nicht. Der Niederländer feierte trotz durchweg starker Leistungen im VfL-Trikot erst im letzten Quali-Spiel nach anderthalb Jahren sein Comeback in der Elftal. Malli spielte hingegen 2018 noch regelmäßig für die Türkei, doch auch weil es bei ihm in Wolfsburg sportlich nicht rund lief, ist er in der Nationalelf mittlerweile komplett außen vor. Für die beiden wird es schwierig, auf den EM-Zug aufzuspringen. (ben)

DIE EM 2020 VON TAG ZU TAG

Fr., 12. Juni
21 Uhr Gr. A Türkei – Italien - Rom

Sa., 13. Juni
15 Uhr Gr. A Wales – Schweiz - Baku
18 Uhr Gr. B Dänemark – Finnland - Kopenhagen
21 Uhr Gr. B Belgien – Russland - Petersburg

So., 14. Juni
15 Uhr Gr. D England – Kroatien - London
18 Uhr Gr. C Österreich – Play-Off D/A - Bukarest
21 Uhr Gr. C Niederlande – Ukraine - Amsterdam

Mo., 15. Juni
15 Uhr Gr. D Play-Off C – Tschechien - Glasgow
18 Uhr Gr. E Polen – Play-Off B - Dublin
21 Uhr Gr. E Spanien – Schweden - Bilbao
18 Uhr Gr. F Play-Off A/D – Portugal - Budapest
21 Uhr Gr. F Frankreich – Deutschland - München

Mi., 17. Juni
15 Uhr Gr. B Finnland – Russland - St. Petersburg
18 Uhr Gr. A Türkei – Wales - Baku
21 Uhr Gr. A Italien – Schweiz - Rom

Do., 18. Juni
15 Uhr Gr. C Ukraine – Play-Off D/A - Bukarest
18 Uhr Gr. B Dänemark – Belgien - Kopenhagen
21 Uhr Gr. C Niederlande – Österreich - Amsterdam

Fr., 19. Juni
15 Uhr Gr. E Schweden – Play-Off B - Dublin
18 Uhr Gr. D Kroatien – Tschechien - Glasgow
21 Uhr Gr. D England – Play-Off C - London

Sa., 20. Juni
15 Uhr Gr. F Play-Off A/D – Frankreich - Budapest
18 Uhr Gr. F Portugal – Deutschland - München
21 Uhr Gr. E Spanien – Polen - Bilbao

So., 21. Juni
18 Uhr Gr. A Italien – Wales - Rom
21 Uhr Gr. A Schweiz – Türkei - Baku

Mo., 22. Juni
18 Uhr Gr. C Play-Off D/A – Niederlande - Amsterdam
18 Uhr Gr. C Ukraine – Österreich - Bukarest
21 Uhr Gr. B Russland – Dänemark - Kopenhagen
21 Uhr Gr. B Finnland – Belgien - St. Petersburg

Di., 23. Juni
21 Uhr Gr. D Tschechien – England - London
21 Uhr Gr. D Kroatien – Play-Off C - Glasgow

Mi., 24. Juni

18 Uhr Gr. E Play-Off B – Spanien - Bilbao
18 Uhr Gr. E Schweden – Polen - Dublin
21 Uhr Gr. F Deutschland – Play-Off A/D - Budapest
21 Uhr Gr. F Portugal – Frankreich - München

Sa., 27. Juni
18 Uhr AF 1 Zweiter A – Zweiter B - Amsterdam
21 Uhr AF 2 Erster A – Zweiter C - London

So., 28. Juni
18 Uhr AF 3 Erster C – Dritter D/E/F - Budapest
21 Uhr AF 4 Erster B – Dritter A/D/E/F - Bilbao

Mo., 29. Juni
18 Uhr AF 5 Zweiter D – Zweiter E - Kopenhagen
21 Uhr AF 6 Erster F – Dritter A/B/C - Bukarest

Di., 30. Juni
18 Uhr AF 7 Erster D – Zweiter F - Dublin
21 Uhr AF 8 Erster E – Dritter A/B/C/D - Glasgow

Fr., 3. Juli
18 Uhr VF 1 Sieger AF 5 – Sieger AF 6 - St. Petersburg
21 Uhr VF 2 Sieger AF 4 – Sieger AF 2 - München

Sa., 4. Juli
18 Uhr VF 3 Sieger AF 3 – Sieger AF 1 - Baku
21 Uhr VF 4 Sieger AF 8 – Sieger AF 7 - Rom

Di., 7. Juli
21 Uhr HF 1 Sieger VF 1 – Sieger VF 2 - London

Mi., 8. Juli
21 Uhr HF 2 Sieger VF 4 – Sieger VF 3 - London

So., 12. Juli
21 Uhr Finale Sieger HF 1 – Sieger HF 2 - London


16 Teams kämpfen in vier Turnieren noch um die verbleibenden vier Plätze. Play-Off A: Island, Rumänien, Bulgarien, Ungarn. Play-Off B: Bosnien-Herzegowina, Nordirland, Slowakei, Irland. Play-Off C: Schottland, Israel, Norwegen, Serbien. Play-Off D: Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien, Kosovo. Die Spiele finden in der letzten März-Woche statt.
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